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«Werden wir denn nicht mehr gefragt?»

Abgeordnetenkritik richtet sich ans Rathaus

Autor
Dieter Babbe
 
Datum
19/05/2005
 
Quelle
Lausitzer Rundschau
 
Stichwort
schwimmhalle

Finsterwalde. Offensichtlich entspricht die Besucherzahl in der Schwimmhalle «fiwave» bei weitem nicht den ursprünglichen Erwartungen. Deshalb ist im Schloss festgelegt worden, dass die Öffnungszeiten den Sommer über vom 28. Mai bis zum 4. September drastisch reduziert werden sollen.

So wird es in der Schwimmhalle zwar weiterhin das Frühschwimmen dienstags bis sonntags von 7 bis 10 Uhr geben, doch tagsüber öffnet die Halle werktags dann erst wieder um 16 Uhr, sonnabends und sonntags um 14 Uhr – außer dienstags bleibt sie von 7 bis 22 Uhr durchgehend geöffnet. Auch die Sauna soll nur noch dienstags – und dann auch nur für Frauen – von 9 Uhr an geöffnet bleiben, sonst kann man werktags erst ab 16 Uhr schwitzen, sonnabends und sonntags ab 14 Uhr.

Nicht zuerst die neuen Öffnungszeiten sorgten dieser Tage für Missstimmung im städtischen Ausschuss für Bildung, Soziales, Sport und Kultur (BSSK) – sondern die Feststellung, dass diese städtische Regelung an den Abgeordneten vorbei entschieden worden sei, wie zu erfahren war. «Werden wir denn überhaupt nicht mehr gefragt?», war nicht nur Ausschussvorsitzende Marlies Homagk (BfF) sichtlich verärgert. Man sei mit der Verfahrensweise, wie die neuen Öffnungszeiten ohne jegliche Information und Diskussion im Ausschuss von der Verwaltung festgelegt worden seien und die «fiwave»-Besucher bereits mitgeteilt bekommen hätten, nicht einverstanden. Auf die Frage, wie es dazu kommen konnte, war Abteilungsleiterin Irene Gampe in der Ausschussrunde nicht aussagefähig: Es sei eine Entscheidung des Leiters des Bäder- und Sportstättenbetriebes und des Bürgermeisters, so hieß es lediglich – beide waren in der Sitzung nicht anwesend, wegen Krankheit bzw. anderer Terminen.

Die laute Kritik über das Verhalten der Verwaltung war im BSSK-Ausschuss auch deshalb so deutlich, weil vereinbart ist, dass dieses Gremium zugleich als Werksausschuss für den neuen städtischen Bäder- und Sportstättenbetrieb fungieren und hier wichtige Entscheidungen treffen soll. Dieser Werksausschuss wird heute das erste Mal zusammenkommen und sich konstituieren. So soll der Ausschussvorsitzende gewählt und ein Bericht vom Leiter des Bäder- und Sportstättenbetriebes über die Situation in der Schwimmhalle und den anderen Sportstätten der Stadt entgegengenommen werden. Nur zu vermuten ist, dass von Seiten der Stadtverordneten Tacheles geredet wird – zumal der Bürgermeister zum wiederholten Male bei einer BSSK-Ausschusssitzung nicht anwesend sei, wie vor allem Udo Linde (PDS) erneut kritisierte. Und auch die neuen Sommeröffnungszeiten will man so nicht akzeptieren. Zumindest Marianne Holst (CDU ) hat bereits Widerspruch bei den vorgesehenen Saunazeiten angekündigt: Es muss möglich sein, dass mindestens einmal in der Woche eine Gemeinschaftssauna von 9 bis 22 Uhr in der Schwimmhalle angeboten wird, fordert sie.

Kraft Stöber, Leiter des Bäder- und Sportstättenbetriebes, begründete den harten Schnitt bei den Öffnungszeiten gestern mit «knallharten wirtschaftlichen Aspekten. Wir können die Strom fressende Halle nicht den ganzen Tag für zwei Leute in der Sauna offen halten», meinte er.

Für Interessenten: Der Werksausschuss des Bäder- und Sportstättenbetriebes tagt heute ab 17 Uhr im Stadtverordnetensitzungssaal.



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