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Berlin muß draußen bleiben

Autor
mr
 
Datum
24/01/2006
 
Quelle
Frankfurter Allgemeine Zeitung
 
Stichwort
sterne des sports

Berlin. Wenn Bundespräsident und Schirmherr Horst Köhler sowie Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble verhindert sind, ist das für eine Veranstaltung wie die Verleihung der “Sterne des Sports” kein Beinbruch. Schließlich fand die Auszeichnung erst zum zweiten Mal statt. Doch als am Montag der Präsident des Deutschen Sportbundes, Manfred von Richthofen, und Hockey-Nationalspielerin Fanny Rinne den Repräsentanten des TSV Erkrath-Hochdahl in der Berliner Repräsentanz der Deutschen Telekom zehntausend Euro Preisgeld überreichten, fehlten nicht nur die Spitzen der Gesellschaft. Auch die Basis war löchrig. Die sechstausend Sportvereine in Berlin und Brandenburg mit 840000 Mitgliedern sind vom Wettbewerb ausgeschlossen.

“Das ist jämmerlich”, schimpfte Manfred Nippe vom Landessportbund Berlin. “Wir sind ziemlich verärgert.” An Ort und Stelle versprach Staatssekretär Thomas Härtel, daß der Berliner Senat sich in der Vermittlung zwischen Sportorganisationen und Bank engagieren wolle. Denn nicht einzelne Niederlassungen - wie etwa in Bayern - zeigen hier der Veranstaltung, die der Präsident des Bundesverbandes der Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR), Hubert Piel, “Fortsetzung des gesellschaftlichen Engagements” seiner Organisation nennt, die kalte Schulter. Die Berliner Volksbank, mit 109 Filialen und 37 Beratungscentern in Berlin und Brandenburg die größte regionale Genossenschaftsbank Deutschlands, boykottiert insgesamt den Wettbewerb; sie fühle sich organisatorisch überfordert, erfuhr Nippe. Vereine müssen sich aber regional bei der Bank bewerben.

Glück hat der Verein Neptun Finsterwald, der mit der Veranstaltung “Finsterwalder Dutzend” teilnehmen durfte. Die Volks- und Raiffeisenbanken des Elbe-Elster-Kreises gehören zu dem unter anderem in Sachsen engagierten Regionalverband Frankfurt, und der ist dabei. Bundesweit tun 150 von 1400 Niederlassungen mit. So brachte die Preisverleihung Notizen aus der Provinz nach Berlin.

Rund eine halbe Million Euro ist nach Information des BVR durch den Wettbewerb an Sportvereine gegangen - zum Lohn für ihr Engagement in der Integration, in der Jugendarbeit, “für Vorbilder in der Basisarbeit”, wie der Parlamentarische Staatssekretär aus dem Innenministerium Christoph Bergner lobte. “Es ist sehr bedauerlich, daß eine Stadt mit sozialen Problemen wie Berlin nicht mitspielen darf”, sagte von Richthofen.



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