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Einem Leserbrief nachgegangen: Wellen schlagen Wellen

Lars Trossert sieht sein Kind nicht als «Störfaktor»

Autor
Dieter Babbe
 
Datum
23/11/2006
 
Quelle
Lausitzer Rundschau
 
Stichwort
schwimmhalle
Nachgefragt . . . und Ihre Meinung

zur Schwimmhalle?

Wie sind Sie eigentlich mit den Öffnungszeiten in der Finsterwalder Schwimmhalle zufrieden« Was gefällt Ihnen am Kursangebot – und was nicht» Und vor allem: Sollte man den Vereins- und Schulsport vom öffentlichen Badebetrieb trennen? Schreiben oder sagen Sie uns Ihre Meinung: Lausitzer Rundschau, Leipziger Straße 8 in 03238 Finsterwalde, Telefon 03531 717421, E-Mail:.

Leserbrief. Seit Mai bietet die Finsterwalder Schwimmhalle neben unterschiedlichen Öffnungszeiten für Sommer und Winter auch ein umfassendes Kursangebot an, zugeschnitten für Schwangere, für Babys, für Kinder, für Senioren, auch mit Aqua-Gymnastik und zum Schwimmen lernen für Jung und Alt. In einer Umfrage möchte man jetzt von den Bade- und Saunagästen wissen, wie die Angebote ankommen – und ob es, so kurz vor dem Weihnachtsfest, Wünsche gibt. Eine der drei Fragen auf den ausliegenden Zetteln sorgt bei einigen Besuchern allerdings für Wellen.

«Das fiwave ist zuerst eine öffentliche Einrichtung. Sie muss aber auch den Schulen und Vereinen die Möglichkeit bieten, das Schulschwimmen bzw. das Vereinstraining und die Wettkämpfe in der Schwimmhalle durchzuführen», so heißt es auf dem Papier. Und weiter: «Das erfordert gegenseitiges Verständnis und gelegentlich ein Stück Entgegenkommen.» Und dann kommt die Frage nach den ganz persönlichen Empfindungen: «Fühlen Sie sich durch das Schul- oder Vereinsschwimmen bei Ihren Besuchen eingeschränkt oder gar behindert?»

Diese Frage ist so manchem in die Nase gefahren. Verbirgt sich dahinter etwa die Absicht, Schul- und Vereinssport aus der Halle zu verbannen», wird schon spekuliert. So ärgert sich Lars Trossert aus Doberlug-Kirchhain darüber, dass die Kinder in der Schwimmhalle als «Störfaktor» angesehen werden. Die vielen tödlichen Badeunfälle zeigten, so Herr Trossert in einem Leserbrief, wie notwendig der Schwimmunterricht für alle Kinder sei. Froh sollte man auch sein, dass Finsterwalde diese Schwimmhalle und dazu so erfolgreiche Sportler habe, die in dieser Halle trainieren. «Da kann man nicht die Frage zulassen, ab man sich als Besucher vom Vereinssport gestört fühlt», kritisiert er den Wortlaut bei der Umfrage. Seine sechsjährige Tochter ist seit einem Jahr Mitglied beim Neptun-Verein, freue sich auf die Trainingsstunden und sei mit Eifer dabei, so komme auch die Familie oft in die Schwimmhalle. «Aber wer bitte erklärt unserer Tochter, dass sie im fiwave ein Störfaktor ist?», fragt Lars Trossert die Verantwortlichen von der Schwimmhalle.

Den Vereins- oder Schulsport aus der Schwimmhalle zu verbannen sei überhaupt kein Thema, «und kein Mensch spricht von einem Störfaktor Kind» stellt Kraft Stöber, der Leiter des städtischen Bäder- und Sportstättenbetriebes, klar: «Im Gegenteil: Unsere vielen Angebote und wie gut die genutzt werden zeigen doch, dass Kinder ganz besonders willkommen bei uns sind». Stöber erinnert daneben an die zahlreichen Kinder-Geburtstage, die in der Halle gefeiert würden. «Aber in der Tat ist es so, dass es immer wieder Besucher gibt, die sich beim Hallenpersonal darüber beschweren, sie könnten nicht in Ruhe schwimmen. Es ist nun mal so, dass Vereinssportler beim Training höhere Wellen schlagen und dass es beim Schulsport etwas lauter zugeht, was andere Besucher stört. Die Umfrage soll uns ein Bild vermitteln, wie die Situation ist, damit wir möglicherweise Abhilfe schaffen können», so Stöber.

Gegenwärtig seien Vereine von montags bis freitags täglich in der Schwimmhalle, Schulsport finde an vier Tagen in der Woche statt. «Es gibt Schwimmhallen, im Märkischen Kreis zum Beispiel, die den Vereins- und Schul- vom öffentlichen Betrieb zeitlich trennen. Sollte die Umfrage ergeben, dass viele unzufrieden sind mit dem gegenwärtigen Zustand, dann werden wir prüfen, ob wir eine neue Regelung finden können», meint Kraft Stöber. Zum Ende des Jahres soll die Umfrage ausgewertet werden.



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