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«Endlich Klartext» zur Schwimmhalle

Warum werden Mängel jetzt erst beanstandet?

Autor
Dieter Babbe
 
Datum
12/08/2004
 
Quelle
Lausitzer Rundschau
 
Stichwort
schwimmhalle

Finsterwalde. Auf der Baustelle Schwimmhalle sei in den letzten Wochen «eine Menge passiert». Die Arbeiten gehen «in vollen Zügen der Beendigung entgegen», alle Gewerke seien vergeben. Auch die vorgegebenen Kosten von zehn Millionen Euro seien bislang noch nicht erreicht worden – informierte Torsten Hensel, der zuständige Architekt, in dieser Woche im städtischen Bauausschuss über den aktuellen Stand. Erst auf Nachfrage ging er auf die derzeitigen Probleme bei der Schwimmhallenrekonstruktion ein.

Wie inzwischen bekannt gegeben, verzögerten Baumängel den Ablauf der Arbeiten – die Rede ist von Flecken im Sichtbeton an der Außenhaut des Hallenbades (RUNDSCHAU berichtete). Bislang werde «mit der Baufirma noch über die Beseitigung der Mängel verhandelt», ließ Hensel wissen. In einer weiteren Runde am 16. August werde entschieden, wie die restlichen Schäden behoben werden, kündigte der Architekt an – «ob die Fläche abgeschliffen oder noch eine Platte ausgewechselt werden muss». Erst danach sei abzusehen, inwieweit sich die Fertigstellung bzw. Übergabe der Schwimmhalle verzögern werde, gab Hensel zu verstehen. Daraufhin erkundigten sich etliche Abgeordnete nach Hintergründen. ffensichtlich unzufrieden mit den Auskünften, drängte Norbert Scholz, berufener Bürger im Ausschuss, der Architekt solle «endlich Klartext reden und klipp und klar sagen», welche Konsequenzen sich aus der Behebung der Baumängel ergäben. «Der Rohbau ist nach den Informationen im Bauaussschuss lange fertig, jetzt unterhalten wir uns hier über die Auswechslung von Platten», war nicht nur für Scholz unverständlich – zumal nach RUNDSCHAU-Recherchen bereits am 11. Mai die Bauabnahme war und dabei Mängel zu Protokoll gegeben wurden, das dem Baubetrieb erst am 18. Juni zugegangen sein soll. Für Scholz ist die Schwimmhalle zu einer «politischen Baustelle» geworden, er forderte von der Stadt einen auf die Woche konkret festgelegten – und somit besser nachprüfbaren – Bauablaufplan. Torsten Hensel räumte am Ende einen möglichen zeitlichen Verzug bei der Übergabe der Schwimmhalle «von Wochen» ein.

Kompetente Insider kommen allerdings zu dem Schluss: «An der Schwimmhalle ist noch so viel zu tun, gebadet wird hier frühestens zu Weihnachten.»

Deutlich wurde während und auch nach der Sitzung des städtischen Bauausschusses – als es zu Gesprächen mit dem Geschäftsführer des betreffenden Bauunternehmens kam, der als Besucher die Debatte verfolgte: Nicht nur Norbert Scholz, auch die Abgeordneten der Fraktionen fühlen sich über den Stand der Bauarbeiten und den aufgetretenen Problemen unzureichend informiert.



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